Wer in der letzten Raunacht (5. Jänner) ins hinterste steirische Salzatal kommt, konkret nach Hinterwildalpen, wird zu seiner Überraschung einen Glöcklerlauf miterleben können – einen vor exakt 130 Jahren aus Ebensee importierten Brauch, der seine Eigenart danach ganz abgekoppelt vom Salzkammergut bewahrt hat.
Exporteur war ein Ebenseer Jäger, Franz Heißl, der im Jahr 1879 nach Hinterwildalpen übersiedelt war. Der Winterbrauch kam gut an. Wegen der vielen Hammerwerke in der Gegend fühlten sich die Steirer der Bergleute- Tradition im Salzkammergut verbunden. Das weiße Pfannhauser- und Knappengewand der Glöckler erschien Ihnen vertraut.
Es ist anzunehmen, dass sich der Brauch in der Abgeschlossenheit dieses Bergdorfes Hinterwildalpen wenig von seiner ursprünglichen Spielart entfernt hat, dass uns demnach Hinterwildalpen den Ebenseer Glöcklerlauf vor 130 Jahren (5.Jänner 2009) zeigt. Ein Indiz dafür, auch die ältesten Beschreibungen der Ebenseer Glöckler berichten von einfachen Kappenformen und einer Vermummung der Läufer.
Charakteristisch für die Glöckler von Hinterwildalpen sind die schlichten hohen (70-80 cm) zylindrischen Kronen-Kappen aus dickem Karton. Im Gegensatz zur üppigen Bebilderung der heutigen Salzkammergut-Kappen, die wie wandelnde Kirchenglasfenster wirken, haben die steirischen Kappen nur eingestanzte Löcher in der Form christlicher Motive. Durch diese Stanzmuster hindurch leuchten sie nur ganz wenig und viel gespenstischer. Bemerkenswert sind die gehäkelten Schleier, hinter denen die Glöckler ihr Gesicht verbergen. Das Licht in den Kappen soll auf die Sonne (Wintersonnenwende), das Licht des Lebens und der Freude hinweisen. Es soll Licht und Freude in jeden Haushalt, sowie eine gute Ernte auf den Feldern bringen. Die Läufer müssen ledig sein. Sobald einer verheiratet ist, darf er nicht mehr mitlaufen. Auch das Schweigegebot für die Glöckler kennt man im Salzkammergut nicht. Während die Glöckler im Salzkammergut Lieder und Segenswünsche aufwarten, laufen sie in Hinterwildalpen vor den besuchten Häusern die obligaten drei „Kranzl“ (Kreise) schweigend, um sich dann nur mit einem Knicks zu verabschieden.
Früher wurde der Brauch in den drei Thomasnächten ausgeübt, während die Glöckler heute nur mehr in der letzten Raunacht mit lautem Geläute von Haus zu Haus laufen.
Um 1922 gab es von Hinterwildalpen heraus zur Poschenhöhe einen Thomasumzug, der von drei weiß gekleideten Gestalten vollzogen wurde. Sie trugen ebenfalls zylinderförmige Kappen in denen eine Kerze brannte. Einer von Ihnen hatte einen mit Kerzen besteckten Hiefler in der Hand. Etwa acht raue Gesellen, mit einem Schellenkranze um die Hüften bildeten die Begleitung. Ein Zusammenhang mit den beiden Bräuchen konnte, nach Rückfragen an die älteren Bewohner von Hinterwildalpen, nicht gebracht werden.
In Wildalpen wurde zwischenzeitlich durch eine ledige Burschengruppe der alte Brauch wieder aufgenommen und seit 1975 in derselben Art, wie in Hinterwildalpen durchgeführt.
Im Jahre 1996 fand die Much Pass Ihren Anfang, als Krampusrunde Wildalpen.
Zur Jahrtausendwende wurde dann offiziell die Brauchtumsgruppe Wildalpen - Much Pass -gegründet. Diese umfasst nun schon 35 Mitglieder.
Es werden bei uns nur Holz geschnitzte Masken verwendet.
1997 wurde dann der 1. Salzataler Krampuslauf von uns ins Leben gerufen, der von der Bevölkerung begeistert und mit großem Stolz unterstützt wird. Diese Veranstaltung wird nun alle 2 Jahre durchgeführt.
Seit 2006 präsentiert sich die Brauchtumsgruppe Wildalpen nicht nur unter neuer Führung (Gerald Mühlböck), sondern auch unter neuem Namen:
"Teufelssee-Pass"
Als kleine Showeinlage führt die Teufelssee-Pass neuerdings ein Krampusspiel mit dem Namen „Der Zauber des Magicus“ auf.
www.teufelssee-pass.at
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